«Unbeschwerte Lagerzeit wäre nicht möglich»

Aufgrund der anrollenden Omikron-Welle hat der Stadtschulrat in Schaffhausen entschieden, alle Skilager im nächsten Jahr abzusagen. Die Schulen würden im Januar nur schon Mühe haben, den Unterricht aufrechtzuerhalten, prophezeit Schulratspräsident Christian Ulmer.
Es ist eine Hiobsbotschaft für 500 Schaffhauser Schulkinder. Gestern gab der Stadtschulrat bekannt, dass er alle Skilager im Januar und Februar vorzeitig absagt. «Die epidemiologischen Vorzeichen sind so schlecht, dass die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie erwachsenen Begleitpersonen nicht gewährleistet werden kann», schreibt der Stadtschulrat in einer Mitteilung. Die drohende Omikron-Virusvariante mache grossen Sorgen. «Eine unbeschwerte Lagerzeit wäre für die Kinder und Jugendlichen nicht möglich.» Aufgrund von Quarantänen und Krankheit sei absehbar, dass eine beträchtliche Anzahl Schülerinnen und Schüler sowie Betreuer die Lager nicht besuchen könnten. Zudem seien die in den Bergkantonen geltenden Corona-Schutzvorgaben mit einer Lagersituation mit Schlafen in Massenschlägen oder Essen in grossen Gruppen kaum kompatibel.
Nicht alle erfüllen 2G-Voraussetzung
Bei seinem Entscheid habe der Stadtschulrat auch die aktuelle Empfehlung des Bundesamts für Gesundheit sowie des Bundesamts für Sport berücksichtigt. Beide raten, aufgrund der besorgniserregenden Lage auf die Durchführung von Lagern mit Kindern und Jugendlichen zu verzichten. Der Stadtschulrat bedaure sehr, dass nach der Absage der Lager 2021 auch im kommenden Jahr die Lager wieder nicht stattfinden können, schreibt er weiter. Mit dem vorzeitigen Entscheid wolle er den Familien und den Lagerleitungsteams in den Schulen aber auch Planungssicherheit geben.
«Die Lagebeurteilung war glasklar», sagt Christian Ulmer, der Präsident des Stadtschulrats. «Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation sind Skilager beim besten Willen nicht durchführbar.» Mit dem Entscheid noch zuzuwarten, um zu sehen, wie sich die Lage entwickle, bringe nichts. «Wenn man schon heute weiss, dass sie nicht stattfinden können, muss man das auch schon jetzt kommunizieren», sagt Ulmer. Unter mehreren Lagerleitenden habe bereits vor einer Woche der Tenor geherrscht, dass man die Skilager aus organisatorischen Gründen nicht durchführen könne. So hätten beispielsweise nicht alle Betreuer die 2G-Voraussetzung erfüllt.
Schulrat würde Fehler eingestehen
Dass man in anderen Gemeinden noch zögert (siehe Box), findet Ulmer bemerkenswert. «Den Leuten ist nicht bewusst, was noch auf uns zukommt.» Im Hinblick auf die Ausbreitung der Omikron-Variante rechnet er Anfang Jahr mit einer «struben» Zeit. «Im Januar werden wir damit kämpfen, den täglichen Unterricht aufrechterhalten zu können», sagt Ulmer.
Die Absage der Skilager ist umso bitterer, da das Interesse dieses Jahr so gross ist, wie schon lange nicht mehr. Zwölf Lager hätten stattfinden sollen. Bei einigen gab es Wartelisten und Forderungen, zusätzlich Ferienhäuser hinzuzumieten. Er sei sofort bereit, zum Beispiel über die Durchführung von Sommerlagern als Kompensation nachzudenken, sagt Ulmer. «Die Kinder müssen derzeit alles ausbaden.»
Und was, wenn sich die Omikron-Variante am Ende als viel weniger gefährlich erweist? «Wenn die Welt Ende Januar aufatmet, dann ist das super», sagt Ulmer. «Dann stehen wir dazu, dass wir einen kolossalen Fehler gemacht haben.» Doch dann sei die Freude über das Ende der Pandemie hoffentlich so gross, dass die Leute ihnen diesen Fehler verzeihen würden.