1:0 gegen Nyonnais: Der FCS fährt einen ganz wichtigen Sieg ein

Tobias Erlemann | 
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Kampf und Einsatz waren Trumpf im Spiel zwischen dem FCS (in weiss) und Nyon. Bild: FC Schaffhausen

Der FC Schaffhausen gewinnt den brisanten Abstiegskracher bei Stade Nyonnais dank eines Treffers von Aaron Appiah mit 1:0.

Die Erleichterung bei den Schaffhausern nach dem Schlusspfiff von Referee David Huwiler war förmlich greifbar. Chefcoach Ciriaco Sforza schnaufte nach dem knappen 1:0-Sieg im Abstiegskracher bei Stade Nyonnais erst mal kräftig durch und klatschte alle Staffmitglieder auf der Bank herzhaft ab. Die Spieler wiederum gingen zu mitgereisten Fans, rund ein Dutzend FCS-Anhänger hatten die beschwerliche Fahrt in die Westschweiz mitgemacht, trotz Irrungen und Wirrungen rund um den Verein – und trotz einer Negativserie von zuvor sieben Spielen ohne Sieg. Es war ein wahrer Abnutzungskampf auf dem tiefen Geläuf in Nyon. Doch nach Wochen von Nackenschlägen konnten die Munostädter zeigen, dass sie vehement kämpfen können.

Aaron Appiah gelingt sein erster Treffer für den FCS

Und: Sie hatten die Forderungen ihres Trainers perfekt umgesetzt: «Wir müssen unsere Torchancen endlich mal reinmachen und konzentriert bleiben bis zum Schluss», war das Credo von Sforza vor der Partie. Gesagt, getan, seine Spieler präsentierten sich diesmal vor allem komplett effizient. Denn nach 90 Minuten wies die Statistik genau einen Schuss aufs Tor auf für die Schaffhauser. Dieser wurde in der 16. Minute vom bis dato enttäuschenden Neuzugang Aaron Appiah abgesetzt – und gleich zappelte der Ball im Tornetz der Gastgeber. Im Fallen schoss der Stürmer den Ball auf das Gehäuse. Frei nach dem Motto: egal, wie, Hauptsache drin.

Endlich mal wieder in Führung. Endlich mal die erste Chance reingemacht. Endlich mal mit Rückenwind weiterspielen. Zuvor verlor der FCS bekanntlich fünf Spiele in Folge, dabei schoss er gleich in vier Partien keinen eigenen Treffer. Sollte diese Führung neue Kräfte verleihen? Ja und nein. Defensiv machte sich das Selbstbewusstsein bemerkbar, die FCS-Spieler warfen sich in jeden Ball und köpften jede Flanke aus dem Strafraum. Doch offensiv wurde nicht wirklich nachgelegt, man zog sich zu weit zurück und überliess das Spieldiktat komplett dem Heimteam. Ein gefährliches Unterfangen, vor allem in der zweiten Halbzeit machte Nyon kräftig Druck, alleine schon das Eckballverhältnis von 12:1 und die Ballbesitzquote von 69:31 Prozent sagen einiges aus. Aber: Mit Wille und auch einer Portion Glück wurde die Führung verteidigt.

Beeindruckend dabei auch die Performance von Coach Ciriaco Sforza, der über 90 Minuten komplett aktiv war an der Linie, vermutlich auch einige Kilometer abspulte und es schaffte, dass er nach der Partie sogar noch eine Stimme hatte. Dabei schallte es permanent durch das Stadion, immer wieder feuerte der Ex-Nationalspieler seine Akteure an, rief Anweisung um Anweisung über das Feld. «Raus, raus, raus» und «Macht das Zentrum zu» waren dabei seine häufigsten Zurufe. Und es sollte klappen. Auch wenn das Spiel nicht schön anzuschauen war, die Bälle wurden vehement aus der Gefahrenzone bugsiert. Und wenn dann doch mal einer durchflutschte, war Keeper Gianni De Nitti zur Stelle, der einen fehlerfreien Abend vollführte und die dringend benötigte Sicherheit ausstrahlte.

Hamdiu und Da Graca kommen sofort zum Einsatz

Dazu hatte Sforza in den Neuzugängen Valon Hamdiu und Kristopher Da Graca direkt zwei Spieler an Bord mit der von ihm geforderten Erfahrung. Noch sind beide nicht voll im Rhythmus, aber sie zeigten, dass sie eine Verstärkung sind und vor allem umsichtig die Mannschaft führen können. Ein wichtiger Baustein im Reifeprozess eines Teams, das sicherlich Potenzial hat, aber noch zu viele Leichtsinnsfehler macht.

Wie wichtig dieser Sieg in Nyon ist, beweist schon alleine der Blick auf die Tabelle. Nach Monaten gibt der FCS sogleich die Rote Laterne an den direkten Konkurrenten ab, für die Moral sicherlich ein wichtiger Faktor, wenn man sich nicht jeden Tag als Tabellenletzter sieht. Doch das ist nur ein kleiner Anfang. Denn schon am kommenden Freitag geht es weiter mit der Mission «Nichtabstieg», dann gegen den Tabellendritten Etoile Carouge.

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