Junger Vater wollte Prostituierte mit Falschgeld reinlegen – Gericht verdonnert ihn zu hoher Geldstrafe

Ein 28-jähriger Maschinenführer und frisch gebackener Vater bezahlte mit Falschgeld für Sex. Dafür wurde er vom Amtsgericht Waldshut wegen Geldfälschung und Betrug zu einer Geldstrafe verurteilt.
Mit Falschgeld wollte er eine Prostituierte auf einem Stühlinger Parkplatz betrügen, doch nun hat das Gericht den 28-jährigen Singener zur Verantwortung gezogen. Am 26. Juni trafen sich der 28-jähriger Maschinenführer und eine 39-jährige Frau auf dem Parkplatz des früheren Loreto-Spitals. Die beiden hatten eigentlich Sex gegen Geld vereinbart, wirklich rund lief das Treffen aber nicht.
Als sich die beiden auf dem Parkplatz trafen und die Frau ins Auto des Mannes stieg, störte er sich an ihrem Aussehen, wie er selbst vor Gericht gesagt habe, berichtet der «Südkurier». «Sie hat mir nicht gefallen», zitiert die Zeitung den Angeklagten. Sie habe nicht wie auf den Bildern ausgesehen, die er von ihr gesehen hatte.
Das habe er ihr auch gesagt, woraufhin es zu einer kurzen verbalen Auseinandersetzung kam. Sie einigten sich darauf, dass er ihr bloss 150 statt der vereinbarten 160 Euro bezahlen solle. Er übergab ihr daraufhin drei zusammengefaltete 50-Euro-Scheine, welche die Frau, ohne sie näher zu prüfen, schnell in ihre Jacke steckte.
Prostituierte alarmiert Polizei
Die beiden fuhren anschliessend zu einem anderen abgelegenen Parkplatz, wo es zum Oralsex kam. Daraufhin seien die beiden ausgestiegen und hätten eine Zigarette geraucht. Der Singener täuschte dann einen Anruf vor und gab an, dringend gehen zu müssen und fuhr davon.
Als die Frau dann das Geld aus ihrer Jacke in ihre Handtasche packte, merkte sie jedoch: Die drei 50-Euro-Scheine sind nicht echt. Die Frau versuchte noch, den Freier anzurufen. Doch er blockte ab.
Der 39-Jährigen gelang es allerdings, ein Foto vom davonfahrenden Auto zu machen. Minuten später rief sie gemeinsam mit ihrem Freund die Polizei, die die drei Scheine sicherten.
Das Gericht bewertete die Aussagen der 39-Jährigen als glaubwürdig, vor allem weil sie sich selbst belastete, da Prostitution auf einem Parkplatz in Stühlingen illegal ist. Das Gericht traue es der Frau zudem gar nicht zu, dass sie mit Falschgeld zum Treffen kam, um es dort im Auto zu verstecken und sich eine so detailreiche Geschichte auszudenken. Dafür habe sie kein ersichtliches Motiv.
Der Mann sagte lediglich aus, er könne sich nicht erklären, weshalb in seinem Auto eine zerknüllte und zerrissene 50-Euro-Blüte gefunden wurde. Dass es zu einem Treffen mit der Prostituierten kam, hat er zugegeben.
Das Gericht verurteilte den 28-Jährigen wegen Geldfälschung und Betrug zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 40 Euro, was einer Gesamtstrafe von 6000 Euro entspricht. Dazu kommt ein Wertersatz von 150 Euro für das gefälschte Geld.